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Bestandsaufnahme abgeschlossen - Einführung der eGK mit neuen Maßstäben
Am 19. April 2010 erhielt nach vielen Monaten die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und somit auch die Arbeit der Testregionen neuen Aufwind. Mit diesem Datum wurde die seit November 2009 laufende Bestandusaufnahme zur Neuausrichtung der elektronischen Gesundheitskarte abgeschlossen und ein konstruktives Ergebnis präsentiert werden. Nicht zuletzt die Erfahrungen der Testregionen haben bei der Analyse und Auswertung der bisherigen Ergebnisse, Organisationsstrukturen und Anforderungen dazu beigetragen, die Neuausrichtung effizient zu gestalten:

Neue Strukturen und Zuständigkeiten sollen das Projekt voranbringen, Entscheidungen schneller herbeiführen und Verantwortlichkeiten definieren. Die Leistungserbringer übernehmen die alleinige Verantwortung für die medizinischen Anwendungen, die Kostenträger die alleinige Verantwortung für die administrative Anwendung der Karte.

Klare Zuständigkeiten für mehr Effizienz

Die Gesellschafter der gematik haben sich bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte auf eine neue Strategie einigen können: Die Erweiterung der Krankenversichertenkarte zu einer elektronischen Gesundheitskarte soll nicht mehr in einem großen Wurf – mit allen geplanten Anwendungen auf einmal – erfolgen, sondern schrittweise aufgebaut werden. Im Fokus der nächsten Testphase stehen dabei Anwendungen, von denen sich die Gesellschafter einen echten Nutzen versprechen: ein modernes, sicheres Versichertendatenmanagement, die Erstellung von Notfalldaten eine sichere Kommunikationsinfrastruktur für Ärzte per elektronischem Arztbrief. Mit der Entwicklung und Durchführung dieser Anwendungen wurden im Sinne eines neuen „Projektleiter-Modells“ folgende Organisationen beauftragt:

• Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kümmern sich um die Basis-Telematikinfrastruktur.
• Die Bundesärztekammer ist zuständig für das Notfalldatenmanagement.
• Der GKV-Spitzenverband ist verantwortlich für das Versichertenstammdatenmanagement.
• Die KBV übernimmt die Verantwortung für die adressierte Kommunikation (Übermittlung von Nachrichten von Ärzten und Krankenhäusern per eArztbrief) zwischen den Leistungserbringern.

Die gematik soll die Umsetzung des Projektleiter-Modells, auch „Kümmerer-Modell“ genannt, unterstützen. Bei strittigen Entscheidungen wird zukünftig ein Schlichter zwischen den verschiedenen Interessen vermitteln. Diese Rolle wird der ehemalige Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder wahrnehmen.

Online-Aktualisierung der Versichertenstammdaten wird Pflicht
Am 18. Juni 2010 wurde im Bundestag ein Antrag der Koalitionsfraktionen zum GKV-Änderungsgesetz (GKV ÄndG) verabschiedet, mit dem Kassenärzte gesetzlich verpflichtet werden, die Versichertenstammdaten eines Patienten in ihrer Praxis jeweils beim ersten Kontakt pro Quartal online auf der eGK aktualisieren zu lassen. Der Bundesrat berät am 9. Juli 2010 das GKV ÄnderG, das in der Kategorie Einspruchsgesetz nicht zustimmungspflichtig ist. Gesetzlich festgelegt ist damit auch die Option, diesen Dienst ohne Anbindung an das Praxisverwaltungssystem durchzuführen. Welche Vorteile die Online-Aktualisierung der Versichertenstammdaten verspricht und wie sie in den Praxen umgesetzt wird, erfahren Sie hier.


Ausgangslage der politischen Diskussion
Schon vor Beginn der Bestandsaufnahme hatte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler signalisiert, dass er die Einführung der eGK befürworte. Die Notwendigkeit des Aufbaus einer Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen hatte er nie in Zweifel gezogen. Die Ergebnisse des ersten Feldtests hatten jedoch gezeigt, dass eine solche Infrastruktur nur Akzeptanz findet, wenn sie für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte praxistauglich ist, die Qualität der Behandlung für die Patientinnen und Patienten verbessert und alle Sicherheitsanforderungen erfüllt. Die Qualität der Anwendungen, die im ersten Feldtest erprobt wurden, entsprach leider nicht den Ansprüchen der Anwender – insbesondere nicht in ihrer Praxistauglichkeit. Das eRezept und die Notfalldaten erforderten noch zu viel administrativen und zeitlichen Aufwand. Das Lesen der Versichertenstammdaten verlief hingegen problemlos.

Mit der Bestandsaufnahme eröffnete sich die Chance, den Projektstatus und -verlauf zu analysieren, den Nutzen der geplanten Anwendungen und deren Konzepte zu überdenken sowie die gesamte Projektplanung zu optimieren. So wird derzeit auch das Konzept für die zukünftigen Testverfahren in den Projekten der gematik-Gesellschafter neu erarbeitet. Im anstehenden Feldtest sollen nach den aktuellen Entscheidungen der gematik die Anwendungen Versichertenstammdaten, elektronischer Arztbrief und elektronische Fallakte mit Anbindung an die zentrale Telematik-Infrastruktur getestet werden. Die Notfalldaten werden nach einer Überarbeitung durch die Bundesärztekammer - wie schon im vorangegangenen Test - nur auf der Karte (offline) erprobt.



Inhalt:

  • Downloadcenter
    Dokumente, Materialien und Vorträge zur elektronischen Gesundheitskarte
  • Archiv
    Gemeinsame Pressemitteilungen von Testregionen und gematik

 

 
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