Fakten zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland
1. Der Patient im Mittelpunkt
Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ist ein wichtiger Schritt zur Modernisierung unseres Gesundheitswesens. Sie steckt voller Chancen und Möglichkeiten für eine noch bessere medizinische Versorgung, von der alle Beteiligten im Gesundheitswesen profitieren werden.
Im Mittelpunkt steht dabei der Patient. Ein Ziel der eGK ist es, den Informationsaustausch zwischen Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken und anderen Leistungserbringern zu beschleunigen und unnötige, patientenbelastende Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Sie sollen schneller als bisher auf alle wichtigen Untersuchungsergebnisse zugreifen können und somit mehr Zeit für die Beratung und Behandlung ihrer Patienten haben.
2. Am Anfang stehen die Tests!
Die Einführung der eGK ist das bisher größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des deutschen Gesundheitswesens. Insgesamt werden bundesweit 21.000 Apotheken, 123.000 niedergelassene Ärzte, 65.000 Zahnärzte, 2.200 Krankenhäuser sowie alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen und Krankenversicherungen mit der eGK arbeiten. Über 80 Millionen Versicherte erhalten ihre neue Karte.
Damit die eGK in Zukunft fehlerfrei funktioniert, werden in sechs Regionen umfangreiche Tests durchgeführt. Hier haben sich Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser und jeweils bis zu 10.000 Versicherte bereit erklärt, die elektronische Gesundheitskarte auf „Herz und Nieren“ im Praxisalltag zu prüfen.
Die Beteiligten erprobten in der ersten Teststufe zunächst das Auslesen der Versichertenstammdaten (z.B. Adresse, Zuzahlungsstatus), das Ausstellen und Einlösen von elektronischen Rezepten und die Speicherung von Notfalldaten.
Ausführliche Informationen zur Testorganisation erhalten Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.
3. Für eine vertrauensvolle Kommunikation
Die elektronische Gesundheitskarte soll und kann das persönliche Gespräch zwischen Arzt und Patient nicht ersetzen. Die mit der Karte bereitgestellten Informationen sollen den Arzt und Apotheker bei der Behandlung und Beratung unterstützen. Die Verfügbarkeit behandlungsrelevanter medizinischer Daten unterstützt eine Optimierung der medizinischen Versorgung.
Die mit dem Einverständnis des Patienten hinterlegten Notfalldaten, wie zum Beispiel Allergien, chronische Erkrankungen oder Medikamentenunverträglichkeiten, können Leben retten.
Dabei haben die Freiwilligkeit der Anwendung und die Datensicherheit oberste Priorität.
4. Modernisierung Schritt für Schritt
Das größte Potenzial der elektronischen Gesundheitskarte liegt in den freiwilligen medizinischen Anwendungen. Bevor diese allen Bürgern zur Verfügung gestellt werden, gilt es, Nutzen, Handhabung und Akzeptanz im Rahmen von Praxistests zu überprüfen. Test und Einführung erfolgen dabei Schritt für Schritt. Mit den Pflichtanwendungen (z.B. elektronische Verordnung) wird zuerst die Basis für ein vernetztes Gesundheitswesen gelegt, über das dann freiwillige Anwendungen (z.B. Prüfung auf Medikamentenunverträglichkeiten) bereitgestellt werden können. Schrittweise kommen weitere Anwendungen hinzu.
5. Herzstück Telematikinfrastruktur
Damit alle gesundheitsrelevanten Daten eines Patienten auf seinen Wunsch dort zur Verfügung stehen, wo sie benötigt werden, ist die Vernetzung aller am Behandlungsprozess Beteiligten von entscheidender Bedeutung. Dies erfolgt über ein hochsicheres Netzwerk mit geregelten Zugriffen, der sogenannten Telematikinfrastruktur. Dieses Netzwerk bietet ein Maximum an Schutz der sensiblen medizinischen Daten. Die ärztliche Dokumentation in Klinik und Praxis bleibt davon unberührt.
6. Oberste Priorität: Datensicherheit!
Der Patient alleine bestimmt, welche Daten zusätzlich zu seinen Versichertenstammdaten (z.B. Name, Geburtsdatum, Anschrift, Krankenversichertennummer, Versichertenstatus, Zuzahlungsstatus) gespeichert werden. Und nur er allein entscheidet, wer wann seine Behandlungsdaten einsehen darf. Nur durch Eingabe seiner persönlichen Geheimzahl (PIN), kann er medizinische Informationen dem Arzt seines Vertrauens zur Verfügung stellen. Ein wirksamer Sicherheitsmechanismus, der Missbrauch verhindert.
Auf diese Daten kann von Ärzten und Apothekern nur zugegriffen werden, wenn diese sich mit Hilfe ihres Heilberufeausweises gegenüber der eGK des Patienten legitimieren. Zusätzliche Sicherheit bietet die spezielle Verschlüsselung der Daten.
Das Einsichtsrecht des Patienten in seine Daten bleibt hiervon unberührt.
7. Gemeinsam für ein modernes Gesundheitswesen
Die mit der eGK verbundenen Ziele und deren Nutzen lassen sich nur erreichen, wenn die elektronische Gesundheitskarte und die damit verbundene Telematikinfrastruktur von allen Patienten und allen am medizinischen Versorgungsprozess Beteiligten akzeptiert werden.
Um sich über den aktuellen Stand der Einführung zu informieren, stehen wir Ihnen jederzeit für Fragen zur Verfügung
- Ihre Testregionen
Die "7 Fakten zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland" können Sie auch als PDF im Downloadcenter herunterladen.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums für Gesundheit wurde außerdem eine umfassende Informationsbroschüre herausgegeben. Bitte informieren Sie sich hier.
